Energie

Infoanlass Energieeffiziente Landwirtschaft - so sparst Du Geld

Programm

  • Vorstellung Agrocleantech
  • agriPEIK - Die neue landwirtschaftliche Energieberatung im Kanton Luzern
  • Energieeffiziente Landwirtschaft am Beispiel des Fohrenhof's - Betriebsvorstellung
  • Förderprogramm: Installation Wärmepumpenboiler für energieeffiziente Warmwasseraufbereitung

 

Weitere Infos

Datum: 08. November 2022
Zeit: 9.30-11.30 Uhr
Ort: Fohrenhof, 6277 Kleinwangen

Anmeldung erwünscht an energieberatungtest@luzernerbauern.ch

Förderprogramm Wärmepumpenboiler

Fakten

Milchviehbetriebe brauchen für die gründliche Reinigung ihrer Melkanlagen, des Milchtanks und des Melkstandes Heisswasser. Die Warmwasseraufbereitung benötigt viel Energie und ist für 20 -25% des jährlichen Stromverbrauchs verantwortlich. Rund 2/3 der Betriebe nutzen hauptsächlich eine elektrische Warmwasseraufbereitung (Elektroboiler). Neben den Milchviehbetrieben wird auch in Schweinemastbetrieben, Ziegenmilchbetrieben und Betrieben mit lokaler Verarbeitung (Jogurt, Käse, usw.) für die Reinigung mehr als 200 l Heisswasser pro Tag benötigt. Dies kann energieeffizienter umgesetzt werden als mit einem
Elektroboiler.

Kosten

Die Kosten liegen zwischen CHF 6‘000 und 8'000 für die Anschaffung und Installation eines WP-Boiler. Die Kosten sind abhängig vom Volumen des zu installierenden WP-Boilers. Die individuellen, bauseitigen Kosten (z.B. Leitungen, Elektriker usw.) können je nach Gegebenheiten unterschiedlich ausfallen. Die Amortisationsdauer einer solchen Installation liegt im Bereich von 5 bis 8 Jahren mit der Unterstützung der Fördergelder. 

Wichtiger Hinweis

Bei der Auswahl des Wärmepumpenboilers sollte unbedingt ein Gerät mit einer Serviceöffnung priorisiert werden. Der Wärmepumpenboiler erhitzt das Wasser bis knapp 60°C. Die Kalkausscheidung im Wasser findet ab 60°C statt. Es kann somit vorkommen, dass sich Kalk ansammelt und dieser entfernt werden muss.

Beispiel Energieeinsparung
Quelle: Agrocleantech

Förderbeiträge

Voraussetzung für eine Förderung ist bei einem Milchviehbetrieb eine Jahresmilchmenge von min. 200'000 kg Milch/Jahr, was ungefähr einem Warmwasserverbrauch von 200 l / Tag entspricht. Je grösser die Produktionsmenge und das Volumen des Boilers, desto mehr Energie und Kosten können eingespart werden. Auch andere Betriebe können von den Fördermitteln für die Installation
eines Wärmepumpenboilers profitieren, wenn sie einen Warmwasserverbrauch von min. 200 l / Tag haben.

Übersicht Förderbeiträge
Quelle: Agrocleantech

Förderkriterien

1. Das Wasser wird momentan mit einem Elektroboiler (min. 200 l) ohne weitere Energiequelle wie Wärmerückgewinnung über die Milch, Sonnenkollektor oder Holzheizung geheizt.

2. Der Betrieb benötigt täglich mehr als 200 l Wasser für die Reinigung der Anlage.

3. Der Wärmepumpenboiler hat ein Mindestvolumen von 200 l, ist neu und zertifiziert von FWS (Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz).

4. Die Rohrleitungen der Boiler sind nach der Installation nach MuKEn: Anhang 4 (S. 27), Art.1.17, Abs. 2 isoliert

5. Das Gesuch muss vor der Installation eingegeben werden.

Die detailierten Voraussetzungen für Förderbeiträge sowie den Gesuchsablauf finden um untenstehenden Dokument "Anleitung Gesuchsformular".

Wärmepumpenboiler oder Wärmerückgewinnungsanlage?

Bestimmt fragen Sie sich, ob für Ihren Betrieb ein Wärmepumpenboiler (WP-Boiler) oder eine Wärmerückgewinnungsanlage (WRG-Anlage) sinnvoller ist. Eines Vorab, die Rentabilität ist beim WP-Boiler besser. Hier die Erklärung:

Einsparung
Ein WP-Boiler spart mehr Strom (ca. 50 %) gegenüber einer WRG-Anlage (ca. 35-40 %). Der Wärmespeicher einer WRG-Anlage kann aufgrund des Kältemittels nicht so hohe Temperaturen erreichen (40-45°C abhängig vom Kältemittel) wie bei einem WP-Boiler (55-60°C). Der Elektroboiler muss bei einer WRG-Anlage also noch mehr heizen als bei einem WP-Boiler.

Kosten
Die Installation eines WP-Boilers ist einfacher (kein Kältemittel, keine Regulation und "Plug and Play") und die Kosten sind tiefer (ca. CHF 6'000) gegenüber einer WRG-Anlage (ca. CHF 6'500). Die Förderung war bei der WRG-Anlage war aber höher (CHF 1'300-2'000/ Anlage) als beim WP-Boiler (CHF 1'000-1'200/ Anlage).

Rein aus energetischer Sicht sieht es aber etwas anders aus. Ein WP-Boiler kann nur den Stromverbrauch bei der "Warmwasseraufbereitung" senken, er hat aber keinen Einfluss auf die Milchkühlung. Der Stromverbrauch der Milchkühlung bleibt gleich. Um den Stromverbrauch im Bereich Milchkühlung zu senken, eignet sich die Vorkühlung mittels Wärmetauscher vor dem Milchtankeingang, welcher den Stromverbrauch der Milchkühlung um ca. 40 % senkt. Die Kosten für einen Wärmetauscher inkl. Installation liegen bei ca. CHF 4'000-5'000, je nach Betrieb kann dies variieren. Eine Nachrüstung ist ab 250'000 kg Milch pro Jahr wirtschaftlich, bei einem Neubau ist es bereits ab 150'000 kg Milch pro Jahr wirtschaftlich.

Fazit: Eine WRG-Anlage ist sehr empfehlenswert, wenn der Kältebedarf hoch ist (z.B. Schlachtkörper bei -20°C lagern).

 

Kombination mit einer PV-Anlage

Falls auf dem Betrieb eine PV-Anlage für den Eigenverbrauch vorhanden ist, sollte man eine Eiswasserkühlung nicht ausser Acht lassen. Während dem Tag kann mit dem Sonnenlicht Eis produziert werden. Dieses Eis wird am Abend abgebaut und somit die Milch runtergekühlt. Dadurch wird der Eigenverbrauch optimiert.

 

Dauer des Förderprogramms

Das neue Förderprogramm Wärmepumpenboiler startet am 01. November 2021 und dauert bis Herbst 2024.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Agrocleantech.

Förderprogramm energieeffiziente Ferkelnester

Artikel Luzerner Zeitung - Ferkelproduzenten investieren und senken Energieverbrauch - 17.01.2022

Hier geht's zum Artikel.

Quelle: Luzerner Zeitung

Fakten

Schweinehalter benötigen für die Klimatisierung der Ställe viel elektrische Energie. Rund ein Viertel des landwirtschaftlichen Stromverbrauchs von 1000 Mio. kWh pro Jahr ist der Schweinehaltung zuzuschreiben. Die Ursache dieses hohen Energieverbrauchs liegt vor allem in der anspruchsvollen Klimatisierung der Abferkel- und Aufzuchtställe. Genau hier setzt das Förderprogramm
„Ferkelnest“ an.

Zusammen mit einer temperaturgesteuerten elektrischen Heizung, einer guten Isolation der Kiste sowie das Verschliessen des Zugangs mit einem isolierenden, ferkelgängigen Vorhang ist der Schlüssel für energieeffiziente Ferkelnester und Jagerkisten. Diese bieten den Ferkeln ein ideales Mikroklima (34 °C) zum Ruhen, Schlafen und Wachsen. Gleichzeitig kann der Aufzuchtstall energiesparend bei tiefer Temperatur (< 18 °C) geführt werden und überhitzt im Sommer weniger schnell. Ferkelnester und Jagerkisten ermöglichen so den Energieaufwand von Schweineaufzuchtställen beträchtlich zu reduzieren
und bieten gleichzeitig Grundlage für ein gesundes kühles Stallklima.

Kosten

Die Kosten liegen zwischen CHF 1‘000 bis 1‘500 für energieeffiziente Einzel-Ferkelnester und CHF 2‘000 bis 3‘000 für Jagerkisten. Die individuellen, bauseitigen Kosten (z.B. Leitungen, Elektriker usw.) können je nach Gegebenheiten unterschiedlich ausfallen. Die Amortisationsdauer einer solchen Installation liegt im Bereich von 5 bis 8 Jahren.

 

Beispiel Energieeinsparung
Quelle: AgroCleanTech

Förderbeiträge

Die einmaligen Fördergelder von ProKilowatt für energieeffiziente Ferkelnester belaufen sich auf rund CHF 190 pro Nest (ungefähr 15% der Investitionskosten) und die Jagerkisten auf CHF 100 pro Kiste (ungefähr 15% der Investitionskosten). Die isolierenden Vorhänge werden mit ca. CHF 20 pro Nest oder bei Jagerkisten CHF 20.- pro Laufmeter vergütet.

 

Förderkriterien

Die detaillierten Förderkriterien sind im untenstehenden Dokument "Gesuchsanleitung" ersichtlich.

Dauer des Förderprogramms

Das Förderprogramm startet am 01. Januar 2022 und endet am 31. Dezember 2024.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Agrocleantech.

Förderprogramme Energie Kanton Luzern

Der Kanton Luzern unterstützt Projekte an bestehenden Gebäuden, zur Steigerung der Stromeffizienz oder der alternativen Stromproduktion:

Gebäude
- Wärmedämmung Fassade, Dach, Wand und Boden gegen das Erdreich
- Automatische Holzfeuerungen über 70 kW Feuerungswärmeleistung
- Thermische Solaranlagen

Stromeffizienz
- Ersatz von Umwälzpumpen
- Warmwasseranschluss für Waschmaschinen und Geschirrspüler
- Ersatz von Elektroboilern durch Wärmepumpenboilern
- Optimierte Beleuchtung in Nicht-Wohnbauten

Photovoltaik
- Photovoltaikanlagen

Ihr Kontakt

Stefan Heller

Geschäftsführer

Fon 041 925 80 25
E-Mail

Raphael Heini

Interessenvertretung

Fon 041 925 89 21
E-Mail