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LBV-Delegiertenversammlung: Zwischen Politik und Strukturwandel

An der diesjährigen Delegiertenversammlung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV) in Wikon standen zentrale agrarpolitische Themen, die Weiterentwicklung des Verbands sowie aktuelle Herausforderungen der Branche im Fokus. Besonders die Schwierigkeiten beim Bauen ausserhalb der Bauzone und die bevorstehende Ernährungsinitiative prägten die Diskussionen.
30.03.2026

Zu Beginn der Versammlung begrüsste LBV-Präsident Markus Kretz die Anwesenden und unterstrich die anhaltenden Herausforderungen beim Bauen ausserhalb der Bauzone. Trotz politischer Bemühungen sei die Situation für die Landwirtschaft nach wie vor schwierig. Gleichzeitig sprach er den politischen Vertretern im Kantons- und Nationalrat seinen Dank für deren Einsatz zugunsten der Landwitschaft aus. Mit Blick auf die kommende Ernährungsinitiative betonte Kretz deren grosse Bedeutung und formulierte das klare Ziel einer Ablehnung von über 50 Prozent bei der Abstimmung im Herbst.

Auch Karl Heinzer, Präsident des BBV Wiggertal, sowie Gemeindepräsident André Wyss richteten Grussworte an die Anwesenden.

Geschäftsführer Raphael Felder eröffnete im Anschluss den offiziellen Teil der DV mit der Präsentation des Jahresberichts 2025, welcher dieses Jahr in Form eines Leporellos erschienen ist. Die vom LBV durchgeführte Basisbefragung zeigte insbesondere Handlungsbedarf bei der Rechts- und Bauberatung. Steigende Belastungen durch Bürokratie und Finanzen prägen die Landwirtschaft derzeit zusätzlich. Positiv hervorgehoben wurden erfolgreiche Anlässe und eine gestärkte Öffentlichkeitsarbeit.

Politisch war das Jahr 2025 ebenfalls intensiv. Verschiedene Vorstösse, unter anderem von Priska Wismer, Vroni Thalmann, Pius Kaufmann und Leo Müller, zeugen vom Engagement zugunsten der Landwirtschaft, etwa bei Themen wie Raumplanung, Wildtierkorridoren oder Phosphorbeiträgen.

Die Jahresrechnung des LBV schloss nach zwei durchzogenen Jahren wieder positiv ab und wurde ebenso wie das Budget 2026 sowie die gleichbleibenden Mitgliederbeiträge einstimmig von den Stimmberechtigten angenommen. Auch die Revisionsstelle wurde bestätigt. 

Für das Jahr 2026 setzt der Verband Schwerpunkte in der Weiterentwicklung eines mitgliederorientierten Dienstleistungsangebots, der Umsetzung des Raumplanungsgesetzes 2, der Verbesserung der Baubewilligungsverfahren ausserhalb der Bauzone, der Mitfanzierung der Öffentlichkeitsarbeit und des Finanzplans über zwei Jahre. Weitere Themen für das Jahr 2026 betreffen die AP 2030-Veranstaltung, den Ausbau der Bau- und Rechtsberatung, personelle Besetzungen in der VersicherungsBeratung und der Bauernzeitung sowie die Weiterentwicklung der IT. Felder rief zudem dazu auf, bäuerliche Vertreter für politische Ämter auf Kantons- und nationaler Ebene zu gewinnen.

Elisabeth Rüttimann, Präsidentin der Kommission Bäuerinnen und LBV-Vizepräsidentin, sprach in ihrer Rede über das UNO-Jahr der Landwirtinnen und hob die Bedeutung von Gleichstellung und gegenseitigem Verständnis in der Landwirtschaft hervor.

Nach verschiedenen Danksagungen kam auch SBV-Direktor Martin Rufer zu Wort. In seiner Rede ging er vertieft auf die Agrarpolitik 2030 und die Ernährungsinitiative ein.

In den anschliessenden Wortmeldungen aus dem Publikum wurde erneut das Thema Bauen ausserhalb der Bauzone aufgegriffen. Patrick Hafner, Dienststellenleitung vom Rawi, betonte dabei, dass das Problembewusstsein vorhanden sei und man sich künftig verstärkt mit dieser Thematik befassen werde.

Ohne eingegangene Anträge und nach Abschluss der offiziellen Traktanden endete die Versammlung. Die Teilnehmenden nutzten anschliessend die Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei einem gemeinsamen Mittagessen.