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erfolgreicher AP2030 Anlass

Rund 1000 Interessierte diskutierten in Sursee über die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft
08.01.2026

Rund 1000 Bäuerinnen, Bauern und weitere Interessierte nahmen am Mittwochabend im Businesspark Sursee an einer Informationsveranstaltung zur Agrarpolitik 2030 teil. Fachreferate und eine breit abgestützte Podiumsdiskussion zeigten, wie stark die künftige Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik Politik, Verwaltung und Praxis beschäftigt.

Christian Hofer vom Bundesamt für Landwirtschaft erläuterte den aktuellen Stand der Arbeiten zur Agrarpolitik 2030. Vorgesehen ist ein ganzheitlicher Ernährungssystemansatz, der alle Akteure von der landwirtschaftlichen Produktion über Verarbeitung und Handel bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten einbezieht. Im Zentrum stehen die Ernährungssicherheit, die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks, bessere wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Landwirtschaft sowie ein Abbau des administrativen Aufwands.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion, moderiert von LBV-Präsident Markus Kretz, wurden mögliche Instrumente der Agrarpolitik 2030 kontrovers diskutiert. Deutliche Worte fand dabei Markus Ritter, Nationalrat (Die Mitte) und Präsident des Schweizer Bauernverbandes. Er bezeichnete Lenkungsabgaben als rote Linie und unterstrich, dass die Bauern produzieren wollen und dafür verlässliche Einkommen sowie eine funktionierende Wertschöpfung benötigen. Zusätzliche Auflagen, so Ritter, dürften die Produktion nicht weiter schwächen.

Aus Sicht der FDP wies Damian Müller, Ständerat aus Luzern, darauf hin, dass der Fleischkonsum in der Schweiz weiterhin hoch sei. Umso sinnvoller sei es, diesen Bedarf möglichst mit inländischer Produktion zu decken statt durch Importe. Kritische Töne zum Wachstumsmodell der Landwirtschaft brachte hingegen Kilian Baumann, Nationalrat der Grünen, ein. Er sprach sich für eine stärkere Umverteilung der Direktzahlungen zugunsten kleinerer Betriebe aus und warnte vor einem zunehmenden Wachstumsdruck, der viele Betriebe in eine Verschuldungsspirale treibe.

Auch von bürgerlicher Seite wurde Skepsis gegenüber neuen Abgaben geäussert. Martin Haab, SVP-Nationalrat aus Zürich, kritisierte zusätzliche Belastungen auf Produktionsmittel und verwies auf die bereits hohe Effizienz der Schweizer Landwirtschaft, etwa beim hohen Anteil von Milch aus Grundfutter. Demgegenüber betonte Hasan Candan, SP-Nationalrat aus Luzern, die Bedeutung der Biodiversität. Produktion und ökologische Anliegen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Organisiert wurde der Anlass vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband in Partnerschaft mit allen im Luzerner Kantonsrat vertretenen Parteien. Die hohe Beteiligung zeigte das grosse Interesse an der Agrarpolitik 2030 und den Bedarf nach einem frühen, offenen Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Landwirtschaft.